Feuer im Schnee: Wie ein Pfadfinder mir zeigte, worauf es beim Feuer machen wirklich ankommt

Minus zwei Grad, frischer Schnee auf dem Boden, klamme Finger am Kamerarad – und vor mir Jannis, der in aller Ruhe alles für den Videodreh für „Ein A-Feuer machen“ vorbereitet. Ein ganz knappes Script, das Jannis vorbereitet hat und ich geprüft hatte.
Jannis, ein bisschen Holz und die Frage, ob dieses Feuer gleich wirklich brennt. Genau solche Momente sind der Grund, warum ich auch das Bewegtbild in Form von Videos liebe. Denn die Projekte sind deutlich dynamischer und haben durch eine weitere Dimension, die die Kreativität fordert.

Ein Nachbarsjunge, eine Idee und ein Wintertag

Jannis wohnt bei uns in der Nachbarschaft und ist bei den Pfadfindern. Um das nächste Abzeichen zu erhalten, hatte er die Aufgabe drei Videos zu erstellen. Ein Stummfilm, einen Film und ein Film, der nachvertont wird. Er und seine Eltern sind ziemlich clever, denn sie dachten sich: Wir haben doch Sven als Nachbar. Er ist Fotograf und Videograf. Der kann doch so etwas technisch sicher umsetzen.

Ich war natürlich gleich Feuer und Flamme. Passendes Wortspiel zu diesem Projekt!

Der Tag, den wir uns dafür ausgesucht hatten, hätte kaum winterlicher sein können. Es hatte geschneit, die Luft war schneidend kalt, der Atem stand in kleinen Wolken vor den Gesichtern. Für ein Feuer-Tutorial eigentlich die denkbar schwierigsten Bedingungen. Für einen Film die denkbar schönsten. Das warme Orange der Flammen gegen das kühle Weiß des Schnees – diesen Kontrast kann man nicht planen, den bekommt man nur geschenkt, wenn man rausgeht.

Das A-Feuer: Pfadfinderwissen, ehrlich erklärt

Was mich an dem Dreh besonders beeindruckt hat: Jannis hat nicht vorgelesen, sondern erzählt. Mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der das schon oft gemacht hat, und mit dem Stolz von jemandem, der es zum ersten Mal vor einer Kamera zeigt. Selbstverständlich saß nicht alles beim ersten Take… Allerdings habe ich schon Menschen vor der Kamera gehabt, die deutlich nervöser waren. 

Das Prinzip des A-Feuers ist schnell erklärt und genial einfach. Zwei kräftigere Äste oder werden so gelegt, dass sie ein A bilden. Der Querbalken liegt dabei leicht erhöht und sorgt dafür, dass unter ihm Luft zirkulieren kann. Darunter kommt das Zundermaterial, darauf und dagegen werden dünne Zweige gelehnt, die nach und nach dicker werden. Gerade auf feuchtem oder verschneitem Untergrund ist das ein echter Vorteil, weil die Glut nicht direkt auf dem nassen Boden liegt.

Beim Entzünden hat Jannis gezeigt, wie wichtig Geduld ist. Erst brennt der Zunder, dann fangen die feinen Zweige Feuer, und erst wenn die Flammen kräftig genug sind, legt man dickeres Holz nach. Wer zu früh zu viel will, erstickt sein Feuer. Ein Satz, der übrigens nicht nur fürs Lagerfeuer gilt.

Und dann der dritte Teil: das Feuer am Leben halten. Nachlegen mit Gefühl, die Glut im Blick behalten, Luft an die richtige Stelle lassen. Jannis hat das so ruhig erklärt, dass man beim Zuschauen fast vergisst, wie kalt es an diesem Tag war.

Der Lohn: Stockbrot, das schmeckt wie Kindheit

Kein Lagerfeuer ohne Stockbrot. Zum Abschluss hat Jannis seinen Teig um einen Stock gewickelt und geduldig über die Glut gehalten, immer wieder gedreht, bis die Kruste goldbraun war. Der erste Biss war der ehrlichste Moment des ganzen Drehs. Man sieht im Film genau, wie gut es ihm schmeckt – und das kann man nicht inszenieren.

Für mich ist genau das der Kern meiner Arbeit: echte Emotionen statt Instagram-Perfektion. Menschen, wie sie sind. Ein Junge im Schnee, der sich über sein selbst gemachtes Stockbrot freut, erzählt mehr als jede durchgeplante Hochglanzszene.

Eines meiner ersten Projekte mit den neuen Nikon ZR

Dieses Projekt hatte für mich noch eine ganz eigene Bedeutung. Es war eines meiner ersten größeren Videoprojekte mit meinen beiden neuen Kameras, den Nikon ZR. Zwei kompakte Vollformatkameras, die von Grund auf für Film gebaut sind – und die bei diesem Dreh direkt zeigen mussten, was sie können.

Kälte, Schnee, wechselndes Licht und die extreme Dynamik zwischen hellem Schnee und Feuerschein sind eine echte Prüfung für jede Kamera. Mit zwei Bodies konnte ich parallel arbeiten: eine Kamera für die ruhige Totale, eine für die Details. Hände, die Zweige anlehnen. Die erste Flamme. Funken, die in die kalte Luft steigen. Der Teig, der langsam Farbe bekommt. Im Schnitt in DaVinci Resolve hat sich dieser zweite Blickwinkel als Gold wert erwiesen, weil er den Film lebendig macht, ohne dass wir eine Szene doppelt spielen mussten.

Wenig Equipment, viel Einsatz

Wir waren vor Ort bewusst schlank aufgestellt. Kein Lichtpark, kein großes Team, kein Kran. Zwei Kameras, ein paar Objektive, Ton, warme Kleidung und die Bereitschaft, sich für die richtige Perspektive auch mal in den Schnee zu knien.

Ich glaube fest daran, dass ein guter Film nicht vom Materialaufwand lebt, sondern von der Haltung dahinter. Zeit nehmen. Zuhören. Den Menschen vor der Kamera den Raum geben, sie selbst zu sein. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist das entscheidend: Je weniger Technik zwischen uns steht, desto natürlicher werden sie. Jannis hat nach wenigen Minuten vergessen, dass da überhaupt eine Kamera läuft. Und genau dann wird es gut.

Hier könnt ihr das fertige Video mit Jannis anschauen

Videograf im Taubertal und in Würzburg: Was ich daraus mitnehme

Dieses kleine Winterprojekt zeigt im Kleinen, wie ich auch größere Aufträge angehe. Ob Imagefilm für ein Unternehmen in Würzburg, Hochzeiten im Taubertal oder ein Porträt über einen Handwerksbetrieb in der Region, Deutschland oder irgendwo auf der Welt: Am Anfang steht immer der Mensch und seine Geschichte. Die Technik dient dieser Geschichte, nicht umgekehrt.

Als Videograf mit Sitz in Weikersheim bin ich im gesamten Taubertal zu Hause, von Bad Mergentheim bis Tauberbischofsheim, und regelmäßig in Würzburg und Umgebung unterwegs. Ich kenne die Region, ihre Menschen und ihr Licht – im Sommer genauso wie an einem eiskalten Wintertag im Schnee.

Danke, Jannis, für deine Geduld, dein Wissen und dafür, dass du dein Stockbrot mit mir geteilt hast. Du hast mir gezeigt, dass die besten Filme oft genau dort entstehen, wo man nicht mit ihnen rechnet. Manchmal sogar im Garten der Nachbarn.

Du hast eine Geschichte, die erzählt werden will?

Du suchst einen Videografen im Taubertal, Würzburg, Deutschland oder irgendwo auf dieser Welt, der mit Ruhe, Gefühl und Blick fürs Echte arbeitet? Ob Imagefilm, Porträt, Event oder Hochzeit – schreib mir über das Kontaktformular auf svensbildwerke.de oder an kontakt@svensbildwerke.de. Ich freue mich darauf, deine Geschichte kennenzulernen.